Valtellina DOCG – ein Hort des Nebbiolo

Im Veltlin wird heute noch auf 750 Hektaren Rebbau betrieben. Sie befinden sich entlang des Flusses Adda auf der rechten Talseite in Höhenlagen zwischen 300 und 800 Metern und sind mehrheitlich mit Nebbiolo-Reben bestockt. Die Anbaufläche hat sich in den letzten Jahrzehnten mehr als halbiert, und zugleich veränderte sich Produktionsstruktur massiv.

Ende des letzten Jahrhunderts waren am Markt in erster Linie eine Handvoll grosse Weinhäuser präsent, sie kauften von Hunderten von Weinbauern im Nebenerwerb Trauben und exportierten den daraus gekelterten Roten in grossen Mengen als Offenwein in die Schweiz. Selbstkelterer waren rar. Das Verschwinden des Veltliners führte dazu, dass unzählige Kleinbetriebe entstanden, die ihre Trauben eigenständig verarbeiten und auf den Markt bringen. Diese Struktur ist den Gegebenheiten, Steillagen mit Kleinparzellen und entsprechend hohen Produktionskosten, angemessen. Heute zählt man im Gebiet rund 100 Anbieter.

Die Produkte des 20. Jahrhunderts waren geprägt durch Fantasienamen wie Stägafässli und flüssige Sonne und durch Namen der Grosslagen Valgella, Inferno, Grumello und Sassella; oft bestimmte die Marktnachfrage wie etikettiert wurde. Die Bewegung der Selbstkelterer hat zur Folge, dass die Lagenherkunft bedeutungsvoller wird, und so wird vermehrt nicht nur nach Grosslagen, sondern nach Einzellagen unterschieden.

Seit 1998 ist das Gebiet eine der italienischen DOCG-Zonen. Nebst den vier erwähnten Grosslagen gibt es drei weitere DOCG-Weine: Maroggia, Valtellina Superiore, Sforzato. Der Anteil Nebbiolo muss bei allen mindestens 90 Prozent betragen.

Bildlegende mit Icons
Icon 1

Valtellina Superiore Valgella DOCG

Icon 2

Valtellina Superiore Inferno DOCG

Icon 3

Valtellina Superiore Grumello DOCG

Icon 4

Valtellina Superiore Sassella DOCG

Icon 5

Valtellina Superiore Maroggia DOCG

Icon 6

Valtellina Superiore DOCG

Icon 6

Rosso di Valtellina DOC